Presse-Grosso: Printjournalismus erfordert stärkere Zusammenarbeit

Von Dominique Snjka | Fotos: Unternehmen | Drucken
  • Frank Nolte, Vorsitzender des Bundesverbandes Presse-Grosso, sprach über die Herausforderungen und Chancen des Medienwandels.

Konsolidierung im Kerngeschäft, Wachstum in neuen Geschäftsfeldern: Der Bundesverband Presse-Grosso diskutierte bei seinem Jahreskongress die wichtigen Zukunftsaufgaben und warum eine stärkere Zusammenarbeit immer wichtiger wird.

Die Umwälzungen in Gesellschaft und Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Printmedien prägten den Auftakt des Jahreskongresses des Bundesverbands Presse-Grosso (BVPG) in Baden-Baden. Dass sich der Pressegroßhandel im Medienwandel neu ausrichtet, machte Frank Nolte, Vorsitzender des BVPG, in seinem einleitenden Vortrag deutlich. „Demographischer und sozialer Wandel sowie fortschreitende Digitalisierung verändern die Art, wie wir leben, arbeiten, konsumieren und uns informieren. Dieser Wandel vollzieht sich sehr schnell und immer rasanter. Darin liegen für unsere Branche Herausforderungen und Chancen.“

Das Presse-Grosso habe den „größten Umbau in der Geschichte des Pressevertriebs der Nachkriegszeit“ eingeleitet, wie Nolte betonte. „Im Zentrum unserer Agenda steht ein Dreiklang aus Konsolidierung im Kerngeschäft, Ausbau der Zusammenarbeit mit unseren Top-Kunden sowie Wachstum in neuen Geschäftsfeldern.“ Durch die erhöhte Schlagkraft, schlankere Strukturen und neue Standards böten sich den Presse-Grossisten gute Chancen, sich in Wachstumsmärkten zu etablieren, so Nolte.

Die seit Anfang März geltende neue Konditionenvereinbarung bringe für alle Beteiligten Planungssicherheit aber auch harte Einschnitte für den Pressegroßhandel. Die neue Regelung sei jedoch im Markt weithin akzeptiert. „Für die Aufregung einiger weniger Verlage um die Mindestumsatzregelung habe ich kein Verständnis", sagte Nolte mit Blick auf eine entsprechende Anfrage des Arbeitskreises Mittelständischer Verlage beim Bundeskartellamt. „Wir halten die Regelung für sachgerecht und diskriminierungsfrei."

Der Grosso-Vorsitzende betonte die Notwendigkeit, Presse im Handel in Szene und aktiv zu vermarkten. Der Pressegroßhandel zeige mit seiner Großkundenbetreuung und den vielfältigen Verkaufsförderungsaktivitäten großartigen Einsatz und hohe Kompetenz. Von der Politik wünschte sich Nolte „faire Rahmenbedingungen.“ Eine Reduzierung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes wäre „ein wichtiger Schritt“. Er lud die Verlegerverbände ein, gemeinsam mit dem Presse-Grosso für eine Förderung der Printmedien zu werben, denn, so Nolte: „Unsere Branche ist systemrelevant für die geistige Grundversorgung.“

Philipp Welte, VDZ-Vizepräsident und -Vorstand Die Publikumszeitschriften lobte den Veränderungsprozess des Presse-Grosso. Dass dieser seine Kräfte bündele, um Investitionen in Technologie und Innovationen zu ermöglichen und schlagkräftige Einheiten zu bilden, sei wichtig. Um das Pressevertriebssystem in eine erfolgreiche und stabile Zukunft zu führen, müssten die Verlage den Weg genauso gehen wie die Grossisten.“

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