Benchmark der Zukunft

Von Matthias Kersten | Drucken
  • E-Center in Berlin- Schöneweide

    Vor der „Genusswelt“ breitet sich die Obst- und Gemüseabteilung wie ein Fächer aus.

  • E-Center in Berlin- Schöneweide
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    Ein Infarm-Team erntet alle paar Tage die Kräuter aus dem Gewächshaus im E-Center.

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    Sinnfälliges Nebeneinander: Stationärer Gourmettempel und zweitplatzierte Kochbox.

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    Nicht nur rund um die Kühlaggregate haben dieKunden viel Platz zum Schauen und Kaufen.

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    Gefundenes Fressen: Biologisch ArtgerechtesRoh-Futter (BARF) für Hunde und Katzen.

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    Gut gelagert: Dry Aged Beef im Reifeschrankhinter der prall gefüllten Bedienungstheke.

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Mit dem E-Center in Berlin-Schöneweide hat die Edeka ein Vorzeigeobjekt realisiert. Der Neubau setzt Maßstäbe für die Großfläche von morgen.

Da hält man erst mal die Luft an: Schräg gegenüber dem nagelneuen E-Center in Berlin-Schöneweide liegt ein reichlich heruntergekommener, uralter S-Bahnhof und direkt gegenüber prangt ein klotziger, ziemlich neuer Ziegelbau-Kubus mit einem ausladenden Kaufland im Bauch – wohlgemerkt der zweitstärkste in Berlin. Was lebt hier für ein Publikum, fragt man sich besorgt, und wie kann man gegen die diskontierende Verkaufsmaschine in unmittelbarer Nachbarschaft anstinken?

Bevorzugter Wohn-Kiez

Stefan Rübel gibt Entwarnung: „Der S-Bahnhof wird in Kürze komplett saniert und restauriert. Kaufland sorgt wie die anderen großen Nonfood- Händler nebenan für Frequenz – auch bei uns“, beschwichtigt der Marktleiter und sagt damit zweierlei: Erstens ist der Standort Schöneweide im Begriff , sich zu einem bevorzugten Wohn-Kiez für kaufkräft iges Publikum zu entwickeln; alles in allem zählen in diesem Bezirk rund 240.000 Einwohner zum näheren Einzugsgebiet. Und zweitens „setzt das E-Center einen wirkungsvollen Kontrapunkt zum direkten Wettbewerber auf der gegenüberliegenden Straßenseite“, sagt Rübel: Atmosphäre, Mitarbeiter, Sortiment. Eine gewisse Nivellierungsstrategie gehört natürlich auch dazu: Rund 2.000 der insgesamt 35.000 Artikel werden dauerhaft zu Discountpreisen angeboten – nicht nur die Eigenmarke „Gut & Günstig“, sondern auch Herstellermarken. Mit diesem Konzept hat man allerdings nicht nur Kaufland auf dem Kieker. Denn das E-Center ist umzingelt von einer Fülle weiterer starker Konkurrenten: Aldi, Lidl, Rewe, Bio-Märkte.

Die Kunden haben praktisch auf uns gewartet. Ihr Wunsch war es, endlich niveauvoll einzukaufen. Stefan Rübel, Marktleiter

Und dann hält man noch mal die Luft an: Beim Betreten des 3.400 Quadratmeter großen Supermarkts lädt rechterhand die großzügige „Genusswelt“ zum Verzehr fertiger Gerichte ein – vom Frühstücksbüffet über Kuchen und Torten bis zu Snacks und wechselnden Tagesgerichten. Flankiert wird der off en gestaltete, runde Gourmettempel auf der einen Seite vom Tresen mit frischen Brot- und Backwaren und auf der anderen vom Café, das mit seinen 95 Sitzplätzen, der gehobenen Einrichtung und seinem großzügig ausgelegten Ambiente diesen Namen auch verdient, zwei Stunden kostenloses WLAN inbegriffen. Vor der „Genusswelt“ öffnet sich fächerförmig die üppig beschickte Obst- und Gemüseabteilung. Der Knüller in diesem Bereich und einzigartig im deutschen LEH ist die sogenannte Marktfarm. Hier wachsen in einem fast vier Meter hohen Gewächshaus Kräuter direkt im Markt. Derzeit werden alle zwei bis drei Tage Petersilie und griechisches Basilikum aus dem siebenstöckigen Pfl anzen-„Inkubator“ geerntet. Lieferant ist das Berliner Start-up „Infarm“; bis Ende des Jahres will die Edeka noch weitere Läden damit ausstatten.

Viele Alnatura-Produkte

„Das Thema Frische nehmen wir sehr ernst“, sagt Marktleiter Rübel und verweist auf Feinkost in Eigenfertigung, Käse in allen denkbaren Varianten sowie Fisch und Fischsalate. Der Kühlbereich wird sogar durch selbst gemachte Pasta bereichert. In der prall gefüllten Fleisch- und Wurstwarenabteilung findet man eine Riesenauswahl an frischer Ware – Dry-Aged-Beef-Kammer und Räucherofen hinterm Tresen inbegriffen. Auch den Produktkategorien Vegan, Vegetarisch und Bio wird dem Zeitgeist gemäß viel Platz in den Regalen spendiert, inklusive des reichhaltigen Alnatura-Sortiments, das nach dem Rausschmiss beim Drogeriemarktgiganten dm bei der Edeka bekannterweise eine neue Bleibe gefunden hat. Mit dieser Fläche hat die Edeka Minden-Hannover eine Benchmark der Zukunft gesetzt. Das gilt auch für das Konzept des „generationenfreundlichen Einkaufens“: breite Gänge, helle Böden und lichtes Ambiente. Eine Denksportaufgabe allerdings ist noch zu erledigen: Die Regale für Trockenware sind entgegen der Eigenbeschreibung nicht gerade „niedrig“, sondern eher hoch. Hier muss man wohl den rechten Kompromiss zwischen Optik und Warenfülle noch finden.

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MARKTDATEN

E-Center Berlin-Schöneweide
Der Vollsortimenter in der Schnellerstraße 131, 12439 Berlin, ist am 15. Juni 2017 neu ans Netz gegangen. Die Fläche befindet sich im aufstrebenden Bezirk Treptow-Köpenick (knapp 260.000 Einwohner); immer mehr (potenziell) kaufkräftiges Publikum lässt sich hier nieder. 67 Mitarbeiter/-innen betreuen den Markt (3.400 m2 Verkaufsfl äche, 35.000 Artikel). Derzeit kooperiert Marktleiter Stefan Rübel mit rund 40 Lieferanten aus der Region.

27 Prozent des Gesamtsortiments (35.000 Artikel) gehören der Frische an. Hinzu kommen Feinkost und Pasta in Eigenfertigung.

200 Parkplätze teils auf der Freifläche, teils im überdachten Parkhaus, stehen für den bequemen Einkauf kostenlos zur Verfügung.

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