Die Vielfalt macht‘s

Von Alexandra Stojic | Drucken
  • Brotkorb der Deutschen

    Foto: monticellllo_Fotolia_143834011

Der Brotkonsum stagniert – das hat mehrere Gründe. Zum einen fehlt es an Geschmacksvielfalt, zum anderen hat sich der Drei-Mahlzeiten-Tag überholt. Internationale Backwaren und Superfoods sollen für Bewegung sorgen.

Die Deutschen sind von konventionellen Brotsorten gelangweilt. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie des Meinungsforschungsunternehmens Mintel aus dem Jahr 2016. Rund die Hälfte der Befragten vermeide es, Brot zu essen, weil ihnen die Geschmacksvielfalt fehle. Allerdings sei die Nachfrage nach gesünderen Backwaren durchaus vorhanden. Rund 30 Prozent würden demnach ein Brot mit einem erhöhten Gesundheitsfaktor oder Zusatznutzen kaufen.

„Für deutsche Hersteller bedeutet das ein großes Umsatzpotenzial“, so Katya Witham, Analystin bei Mintel. Besonders bei den 16- bis 34-Jährigen sei das Interesse für Superfoods wie Quinoa, Chia oder Amaranth sehr groß. Wer vor einigen Jahren nach Chia- oder Eiweißbrot gefragt hat, der hat vor allem verständnislose Blicke geerntet. Heute sind diese Brote aus dem Angebot der Bäckereien und der Hersteller nicht mehr wegzudenken. Doch woher kommen diese Trends? „Viele Bäcker greifen vor allem Themen auf, die in der Gesellschaft relevant sind“, so Witham. Aber auch Unverträglichkeiten schaffen Bedarf.

Brot und Backwaren aus aller Welt

Ein weiterer Trend sind internationale Spezialitäten. „Französisches Baguette, italienisches Ciabatta und türkisches Fladenbrot sind gern gesehen auf deutschen Frühstückstischen und Partybüffets. Die wachsende Nachfrage nach mediterranen Brotspezialitäten trägt dazu bei, dass der Anteil von Weizenbrot am deutschen Brotverzehr in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist“, heißt es beim Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks.

Für den Unterwegsverzehr

Gesunder Genuss mit wenig Aufwand – so lasse sich der Anspruch der Verbraucher an die eigene Ernährung zusammenfassen. Immer häufiger werde zudem außer Haus gegessen. „Viele sind ausgewichen in kleinere, aber schnell wachsende Bereiche wie Wraps, Fladenbrote oder Produkte für Gesundheitsbewusste“, erklärt Katya Witham den Trend. Kleine Verzehreinheiten seien ebenfalls eine Option: „Der Anteil von Brotpackungen mit bis zu 300 Gramm Inhalt hat von 49 Prozent (2011) auf 60 Prozent im vergangenen Jahr zugenommen.“ Fast jeder dritte Konsument sei zudem auch an Brotsnacks für den Unterwegsverzehr oder die Freizeit interessiert.

Veränderte Ernährungsgewohnheiten

Im vergangenen Jahr haben Privathaushalte in Deutschland 1,79 Millionen Tonnen Brot konsumiert. Mischbrot war dabei mit knapp 32 Prozent Anteil am beliebtesten. Laut aktuellen Zahlen der GfK und des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks ist der Brotkonsum im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent gesunken.

Ein Grund für den leichten Rückgang sei der Wandel der Gesellschaft . Wurden früher drei Hauptmahlzeiten am heimischen Tisch eingenommen und abends vor allem Brot konsumiert, so werden heute viele Snacks zwischendurch verzehrt und abends ersetzt eine warme Mahlzeit das Abendbrot. Die Käuferreichweite für Brot lag im vergangenen Jahr bei 98,5 Prozent, das heißt von 1.000 Haushalten in Deutschland kauft en 985 im Jahr 2016 mindestens einmal Brot. Dieser Wert sei seit Jahren stabil, so der Zentralverband weiter. Die durchschnittliche Einkaufsmenge von Brot je Käuferhaushalt lag im Jahr 2016 bei 45,9 Kilogramm.

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