Birte Kleppien, Radeberger Gruppe

Von Linda Schuppan | Fotos: Unternehmen | Drucken

Wie steht es um den Biermarkt? Ausführliche Statements von Birte Kleppien, Sprecherin Radeberger Gruppe.

Frau Kleppien, die Kategorie Bier krankt seit Jahren an Wertschöpfungsschwund. Die Kosten steigen zwar, werden allerdings nicht weitergegeben. Preiserhöhungen finden nicht ihren Weg zum Verbraucher. Steht mehr Wertschöpfung denn grundsätzlich im strategischen Fokus der Radeberger Gruppe?

„Marge vor Menge“ ist seit Jahren einer der strategischen Kernpunkte der Radeberger Gruppe, in dessen Folge wir auch Kapazitäten und damit Hektoliter aktiv aus dem Markt genommen haben. Unsere Preispolitik ab Rampe unterliegt dabei marktwirtschaftlichen Aspekten, wobei die Endverbraucherpreise natürlich die Absatzmittler in LEH und GAM bestimmen.

Was tut die Radeberger Gruppe, um für mehr Wertschöpfung zu sorgen?

Wertschöpfung ist immer das Zusammenspiel aller Kräfte: Hersteller, Händler, Verbraucher. Infolgedessen können wir als Hersteller nur unseren Part leisten, indem wir unser Portfolio durch gute Produkt-, Vertriebs- und Marketingpolitik stark und begehrt machen bzw. halten, um Händler und Verbraucher für unsere Marken zu begeistern.

Als Big Player fällt die „Verantwortung“ für das Image der Kategorie auf wenige Marken zurück – auch auf die Radeberger Gruppe. Doch statt von den „Großen“, hört man von den „Kleinen“ – den Craft-Leuten. Das Image solcher neuer Sorten, die Stories vermitteln, strahlt auch auf den Rest positiv ab. Sind Sie dankbar, dass die „Kleinen“ die Arbeit der „Großen“ machen?

Für uns sind Craftbiere und etablierte Sorten bzw. Marken keine Gegensätze, sondern perfekte Ergänzungen. Dabei sind es längst nicht nur die „Kleinen“, die sich in diesem Segment tummeln: Auch wir sind dort aktiv, wir haben mit unserer Tochter Braufactum das Segment in Deutschland ja sogar überhaupt erst eröffnet. Was anfangs belächelt wurde, hat sich heute als respektierter Pionier in diesem Marktsegment etabliert. Dass Craftbiere den Markt in Deutschland beleben, zu Diskussionen über die deutsche Bierkultur anregen und neue Zielgruppen begeistern, kommt dem Lebensmittel Bier insgesamt zu Gute. Und das ist auch gut so. Denn wir denken nicht in Gegensätzen, sondern in Marktchancen. Und setzen diese dann gezielt um.

Stichwort alkoholfreies Bier: Die Radeberger Gruppe hat hier viel vor – wie es heißt. Was genau? Und wie entwickelt sich das Vorhaben?

Wir arbeiten immer an neuen Ideen und Themen – berichten von diesen aber erst, wenn sie marktreif sind. Auch im Segment der alkoholfreien Biere, in dem wir unseren erfolgreichen Weg weitergehen. Das ist also nicht neu, sondern eher konsequent. So haben wir als Radeberger Gruppe bereits namhafte alkoholfreie Biere in unserem Portfolio: Schöfferhofer Hefeweizen Alkoholfrei und Schöfferhofer Grapefruit Alkoholfrei, Jever Fun und Clausthaler als Wegbereiter des Segments. Hinzu kommen regional bekannte alkoholfreie Biere wie Brinkhoff’s Alkoholfrei, Stuttgarter Hofbräu Alkoholfrei, die alkoholfreien Weizen- und Biermischgetränke von Tucher oder das neue Allgäuer Büble Edelweissbier alkoholfrei in der Bügelflasche. Über weitere Pläne sprechen wir dann gerne, wenn es soweit ist.

Was wünschen Sie sich konkret vom Handel?

Die Wünsche der Handelspartner an uns und umgekehrt tauschen wir gerne im jeweils direkten Dialog, nicht über die Öffentlichkeit, aus.

Was wünschen Sie sich von Ihren Brauerei-Kollegen/Wettbewerbern?

Im Wettbewerb auf dem Biermarkt konzentrieren wir uns lieber auf unsere eigenen Aufgaben, egal welche unternehmensstrategischen Themen im Fokus stehen. Und Branchenthemen, die für alle Marktakteure Relevanz haben, sind beim Deutschen Brauer-Bund als Standesvertretung gebündelt.

zurück

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren ...