“Love it, change it or leave it”

Von Thomas Wöllhaf | Drucken
  • Stephan Füsti-Molnár, Ein Kaffee mit..., Laundry & Home-Care, Henkel, Innovation, Ideenreichtum, Rundschau, Medialog

    Foto: Reinhard Rosendahl

  • Stephan Füsti-Molnár, Ein Kaffee mit..., Laundry & Home-Care, Henkel, Innovation, Ideenreichtum, Rundschau, Medialog

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Stephan Füsti-Molnár hat seine Laundry & Home-Care-Sparte gründlich umgebaut. Bei Henkel weht ein frischer Wind. Innovation und Ideenreichtum sind fester Bestandteil seiner „Erfolgssucherkultur“.

Welch ein Unterschied im Vergleich zu vor acht Jahren. Die Zeit nagender Verluste ist vorbei. Henkel ist saniert, Henkel expandiert. Und das trotz heftigem Gegenwind für den Persil-Hersteller. „Die Ursachen für die Schwäche im Geschäft waren alle logisch erklärbar,“ sagt Stephan Füsti-Molnár mit ernstem Blick und lehnt sich zurück. „In Deutschland gibt es kein Bevölkerungswachstum, die Power liegt immer weniger bei der Industrie und mehr beim Handel, von Preiserhöhungen ganz zu schweigen. Und Private Label werden immer stärker.“ Eine Vielzahl vom Gründen also, weshalb das klassische Henkel- Geschäft nicht weiter wachsen konnte. Füsti-Molnár, der klar gemacht hatte, dass er nicht antreten würde, um das Geschäft gesundzuschrumpfen, musste sich also etwas anderes einfallen lassen. Er setzte auf einen Kulturwandel im Unternehmen, auf eine Bottom-up-Strategie, mit der die sehr gut ausgebildete Belegschaft eingebunden werden konnte.

Erfolgssucher gesucht
„Der Hund springt so hoch, wie die Wurst hängt“, sagt Füsti-Molnár. „Das ist auch in einer Organisation so. Wenn es einfach ist, die Wurst zu erreichen, dann muss auch keiner seine Komfortzone verlassen.“ Fehlervermeidung bedeute zwar Sicherheit, aber auch Stagnation. Die Ziele wurden also höher gehängt und die Belegschaft gleichzeitig motiviert, selbst Ideen einzubringen. „1.800 Vorschläge wurden eingereicht. Wir suchten nach denen mit dem größten Potenzial und haben begonnen, sie umzusetzen. Wir mussten lernen, neue Wege zu gehen, als Erfolgssucher zu agieren und auch Fehler zuzulassen. Man kann kein Neuland betreten, wenn man keine Fehler machen darf.“ Stephan Füsti-Molnár hat genaue Vorstellungen davon, was er bei Henkel erreichen möchte. In der Umsetzung unterscheidet er sich aber sehr stark von den Kollegen der alten Schule. „Ich gebe meinen Mitarbeitern sehr viel Eigenverantwortung und zudem die Freiheit, zu sagen, wie sie geführt werden möchten. Ich glaube, dass sie sich stärker persönlich engagieren und größere Leistungen erbringen, wenn ich ihnen mehr Freiheiten lasse. Ich schenke zunächst einmal jedem ein hohes Maß an Vertrauen und bin bisher auch nie wirklich enttäuscht worden.“

Authentizität ist wichtig
Füsti-Molnár ist immer er selbst. Egal ob er mit Freunden eine Runde Golf spielt und an seinem Handicap 18,4 arbeitet oder im Büro in der Düsseldorfer Henkel- Zentrale Expansionspläne schmiedet. „Meine Philosophie ist: Be yourself. Ich verstelle mich nicht und jeder weiß, woran er ist. Ich spiele hier keine Rolle. Mein Motto ist: Love it, change it or leave it. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig und mit Begeisterung. Und nur so kann es funktionieren.“ Dem Henkel-Boss ist klar, dass es keine Erfolgsgarantien gibt. Der Wettbewerb ist hart und die Handelspartner haben ihre eigenen Ideen. „Wir müssen uns den Herausforderungen stellen und das macht Spaß. Klar, es wird auch Rückschläge geben. Aber daraus gehen wir gestärkt hervor.“

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