"Ganz schwarz muss er sein"

Von Thomas Wöllhaf | Drucken
  • Ein Kaffee mit..., Albert Darboven, Kaffee, Schwarz, Darboven-Zentrale, Hamburg, Rundschau, Medialog

    Foto: Jörg Brockstedt

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    Foto: Jörg Brockstedt

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Ohne Milch und ohne Zucker. Und sehr stark natürlich. So liebt Albert Darboven seinen Kaffee. Er lächelt und sagt: „Man soll mit dem Wasser nicht so verschwenderisch sein. Das Hamburger Leitungswasser ist teuer.“

Darboven riecht man schon lange, bevor man das Firmengelände erreicht hat. Also immer der Nase nach, dem Aroma von frisch geröstetem Kaffee entgegen. Die neue Darboven-Zentrale in Hamburg Billbrook sieht aus wie jedes andere Bürogebäude. Ist es aber nicht. „Sie sind hier bei Big Brother“, sagt der Chef mit einem Augenzwinkern und weiß, dass ihm ein fragender Blick sicher ist. „Das sind alles Container. 50 Stück. Das ganze Gebäude besteht aus Containern. Wenn ich mal umziehe, dann brauche ich nur einen Schraubenschlüssel.“

Von Flüchtlingslager inspiriert
Albert Darboven ist gerade 81 geworden und sprüht vor Energie. Es macht ihm Spaß, Neues auszuprobieren und sich inspirieren zu lassen. „Ich hatte die Flüchtlinge besucht, die bei der Trabrennbahn in Containern untergebracht waren“, sagt Darboven. „Da dachte ich: Was bei denen geht, müsste auch bei uns gehen.“ Kurz vor Weihnachten 2015 wurden die 50 Container angeliefert. Wenig später waren 2.400 Quadratmeter Bürofläche bezugsbereit. Mit Estrich, Tapeten, allem Drum und Dran. „Wenn ich das auf herkömmliche Weise gebaut hätte, dann wären wir heute noch nicht drin. Und es hätte nicht 3,5 Millionen, sondern 14 Millionen gekostet.“

Das Thema Flüchtlinge beschäftigt Darboven. „Ich habe schon vor fünf Jahren Flüchtlinge aus Syrien auf meinem Gestüt aufgenommen.“ Ein Kind hat es dem Pferdeliebhaber besonders angetan. „Der Junge ist praktisch bei uns aufgewachsen. Heute ist er 14 und der Primus in der Schule. Der spricht perfekt Deutsch. Ich hoffe, dass viele Flüchtlinge hierbleiben. Wir brauchen Nachwuchs und eine junge Generation.“

Chef begrüßt mit Handschlag
Darbovens soziales Engagement endet nicht bei Flüchtlingen. Seit Jahren schon kooperiert sein Unternehmen mit den Hamburger Elbe-Werkstätten. Jeden Tag kommen 24 Menschen mit Behinderungen in die Rösterei im Pinkertweg und unterstützen die Produktion. „Die helfen bei der Verpackung“, sagt Darboven und macht klar, dass ihm diese Truppe ans Herz gewachsen ist. „Wenn ich da rübergehe, dann fallen mir zwei Mädchen immer um den Hals.“ Albert Darboven ist ein Chef der alten Schule, und er lernte schon früh während der Internatsferien bei der Arbeit im Betrieb, wie man erfolgreich Menschen führt. „Es ist wichtig, die Namen der Mitarbeiter zu kennen und sie mit einem Handschlag zu begrüßen. Wir haben untereinander ein sehr enges Verhältnis.“

Pfefferminz ist tabu
Großen Wert legt Darboven auf die Ausbildung des Nachwuchses. „Wir bringen unseren jungen Leuten hier ständig bei, wie man Kaffee röstet und probiert. In drei Monaten kann man das lernen.“ Pfefferminz ist während dieser Zeit allerdings tabu. Man darf auch keinen Schnupfen haben. „Sonst probiert man nur warmes Wasser. Und überhaupt ist Kaffee nicht schädlich“, sagt Darboven und lächelt verschmitzt. „Er ist nur schädlich, wenn einem ein Kaffeesack auf den Kopf fällt.“

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