Mehr Inhalt täte uns allen gut

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Professor Alexander Hennig analysiert im Gespräch mit der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel die Programme und Statements von CDU, SPD, FDP, der Linken und den Grünen. Er sieht eine Blockbildung und tippt auf eine Fortsetzung der Großen Koalition.

Fünf Interviews von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken, die wir im Rahmen der aktuellen Wahlkampfstrecke veröffentlichen, hat Professor Alexander Hennig von der Dualen Hochschule in Mannheim analysiert. Am Ende standen für ihn zwei klare Thesen: „Die aktuelle Politikergeneration hat die Kunst, mit tausend Worten wenig zu sagen, zur Perfektion gebracht.“Und: „Wir finden in den Aussagen zwei klare inhaltliche Blöcke, die sich durchaus konträr gegenüberstehen.“

CDU/FDP kontra SPD, Grüne und Linke Inhaltlich ergänzen sich die Thesen von Dr. Joachim Pfeiffer (CDU) und Michael Theurer (FDP) bei den Themen Freihandel, Mindestlohn und Lebensmittelampel. Beide stehen dem Mindestlohn sehr skeptisch gegenüber, lehnen die Lebensmittelampel ab und befürworten ohne Einschränkung den Freihandel. Inhaltlich gegensätzlich positioniert sind dagegen die Aussagen von Bernd Westphal (SPD), Dieter Janecek (Bündnis 90/Die Grünen) und Klaus Ernst (Die Linke). Sie stehen dem Freihandel eher skeptisch gegenüber, befürworten ganz klar den Mindestlohn und stehen hinter dem Konzept der Lebensmittelampel als Instrument des Verbraucherschutzes.

Ich lege mich fest. Am Ende der Wahl wird es eine Große Koalition geben. Obwohl ich lieber eine schwarz-gelbe sähe, weil die Unterschiede zwischen Regierung und Opposition deutlicher wären.

Alexander Hennig

Die Positionierung beim Mindestlohn sieht Hennig aber nicht als ein wahlkampfentscheidendes Thema im LEH. „Viele Händler sind an einen konzerneigenen Mindestlohn gebunden, der über dem gesetzlichen liegt. Daher betrifft dieses Thema nur eine Minderheit.“ Grundsätzlich vermisst Alexander Hennig das Bekenntnis zu Inhalten. „Da die Parteien von großen PR-Agenturen beraten werden, praktizieren sie einen glattgebügelten Lifestyle- Wahlkampf.“ Einem Großteil der Wählerschaft geht es wirtschaftlich gut, das Thema Flüchtlinge ist derzeit keines mehr und Angela Merkel hat mögliche Themen wie die Ehe für alle geschickt rausgenommen. Zudem fehlt der für einen intensiven Wahlkampf wichtige Wunsch nach einem Wechsel an der Spitze. Kanzlerfrage schon geklärt

Im Rahmen dessen inhaltlichen Möglichkeiten attestiert Hennig SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz einen guten Job. Doch der klare Vorsprung der CDU in allen Umfragen habe die Kanzlerfrage schon geklärt. Offen ist, ob es eine Fortsetzung der großen Koalition gibt, ob es für Schwarz-Gelb reicht und wie stark die AfD wird. „Ich lege mich fest. Es wird eine Große Koalition geben.“

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